Skartkarten Teil 1

Der erste Teil unserer fünfteiligen Serie erzählt Ihnen etwas zur Geschichte der 32 Spielkarten, verrät ihre Symbolsprache und erklärt die Bedeutung der Farben- und Zahlenkarten.

Wer an Wahrsagung und Kartenlegen denkt und sich ein wenig damit auskennt, dem kommen vielleicht als erstes bewährte Klassiker der Kartenlegekunst wie Tarot, Kipper oder Lenormand in den Sinn. Diesen bewährten Wahrsagekarten wird schon lange nachgesagt, dass sie auch in psychologischer Hinsicht ein starkes Potenzial besitzen. Klassischen Spielkarten wie Rommé, Bridge, Poker, Schafkopf oder Skat wird ein solches Talent dagegen häufig abgesprochen, ihnen heftet noch immer ein etwas unrühmlicheres Image an. Was viele dabei vergessen: Die Spielkarten zählen zum engsten Verwandten des Tarot.

©ASS Altenburger

Kein Kinderspiel: Kartenlegen mit einfachen Spielkarten

Skeptiker der Skatkarten und Stilisten der Wahrsagekunst verstecken die Spielkarten gerne tief in der Schublade oder packen sie zu den Akten und legen sie womöglich unter „J“ wie Jahrmarktswahrsagerei ab. Dabei taugen auch sie zu mehr als zum Zeitvertreib auf heimischen Spieltischen. Auch die Skatkarten sind ein Spiegel der Seele, der ohne „magischen Hokuspokus“ zur Selbsterkenntnis führen kann – vorausgesetzt, man ist dazu bereit, ihre Sprache zu verstehen und ihr Wesen zu ergründen.

Wie bei den meisten Wahrsagekarten gibt es auch bei den Spielkarten mehr Unbekanntes, mehr Fragen statt Antworten. Genaue Eckdaten – wie Herkunft oder Entstehungszeitpunkt – zur Geschichte der Spielkarten ausfindig zu machen, ist eine Herausforderung, die schon viele Historiker und passionierte Kartenforscher nicht meistern konnten. Nur so viel: Die Karten als Gesellschafts- und Glücksspiel gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück und haben schon damals viele Menschen in die Schuldenfalle getrieben, weshalb in vielen Städten Kartenspielverbote ausgesprochen wurden.
Kein visueller Schnickschnack
Wer die Kunst des Kartenlegens erlernen möchte und keine speziellen Wahrsagekarten zur Hand hat, greift also frohen Mutes zu den 32 Skatkarten. Sie können auch ein anderes Kartenspiel verwenden, wenn Sie die überflüssigen Zahlenkarten sowie die Joker einfach ignorieren. Anders als andere Wahrsagedecks wie beispielsweise die Tarotkarten, die es in vielfachen bildreichen Varianten gibt, sind die Skatkarten schlichterer Natur und verzichten bei der Bebilderung in der Regel auf eine imposante Aufmachung. Dieser visuelle Minimalismus ist jedoch kein Garant dafür, das Geheimnis der Karten schneller zu lüften. Im Gegenteil – alles im Leben hat mindestens zwei Seiten und genauso verhält es sich auch hier.
Die Fragen an das Leben sind mit der Zeit anspruchsvoller geworden. Längst geht es nicht nur noch darum, zu wissen, ob uns das Schicksal wohlgesonnen ist. Vielmehr suchen wir nach dem individuellen Lebensplan, nach einem Weg, der uns in möglichst allen Bereichen glücklich und zufrieden macht. Um diese Neugier zu befriedigen kommt es auf die Deutungsqualität an. Aus bilderreichen Karten lassen sich komplexe Geschichten spinnen, aber wie verhält es sich im Fall der Skatkarten, wo es zumindest in visueller Hinsicht nicht sehr viel zu interpretieren gibt. Oder vielleicht doch? Fürsprecher mögen jetzt widersprechen, weil sie das Deutungspotenzial der Karten bereits in der Praxis erfolgreich erprobt haben. Tatsächlich wird man aber zugeben müssen, dass der Dialog zwischen Kartenleger und Fragesteller eine noch größere Rolle spielen kann. Denn wo Bilder von unterschiedlichen Menschen noch auf ähnliche Weise gedeutet werden können, ist man ohne visuelle Hilfe an den eigenen Wortschatz gebunden.

Zur Symbolik der Skatkarten

Die Elemente/Farben der Skatkarten

Kreuz: Das dreiblättrige Kleeblatt ist eine Abwandlung der „Stäbe“. Symbol für: Handlungen des täglichen Lebens. Die Kreuzkarten stehen für Tatendrang und Veränderung. Jahreszeit: Frühling Polarität: männlich (aktiv)

Karo: Das Karo ähnelt in seiner viereckigen Form einem Diamanten. Symbol für: Die Karokarten drehen sich ums Thema Geld und Finanzen und verkünden Nachrichten und Neuigkeiten. Jahreszeit: Sommer Polarität: weiblich (passiv)
Pik: Der Pik ist der Gipfel oder die Spitze, die auch als Abwandlung der „Schwerter“ zu verstehen sind. Symbol für: Die Pikkarten werden durch ihre Eigenschaft des „Pieksens/Stechens“ häufig als Negativkarte betrachtet. Sie weisen auf alltägliche Herausforderungen, Probleme und Verluste hin. Jahreszeit: Winter Polarität: männlich (aktiv)
Herz: Das Herz ist in seiner Darstellung für alle Menschen rein und unmissverständlich. Symbol für: Die Herzkarten repräsentieren die Gefühlswelt, die Liebe und alles, was das Herz berührt. Jahreszeit: Herbst Polarität: weiblich (passiv)

Die Zahlen

Asse: Die Asskarten stehen für die Zahl „1“, die mathematisch unveränderlich ist. Das Ass ist eine besonders wertvolle Karte, die „Einzigartigkeit“ zum Ausdruck bringt.

Zehner: Die Zehnerkarten sind die numerologische Vollendung. Denn sie beinhalten alle möglichen Zahlen in sich und verkörpern das höchste Ziel, das man erreichen kann.

Neuner: Die Neunerkarten stehen für die persönliche Weiterentwicklung, sie verheißen spirituelle Weisheit, die den Menschen zu sich selbst kommen lässt.

Achter: Die „8“ ähnelt in ihrer Form einer Endlosschleife und repräsentiert damit die Unendlichkeitszahl. Diese Karten ruhen in sich selbst, sind ausgewogen und verkünden Anfang und Ende von Ereignissen.

Siebener: Die „7“ ist die „Menschheitszahl“, weil sie in vielen Lebensbereichen eine zentrale Rolle spielt. Diese Karten bedeuten Wachstum und entwickeln den Forscherdrang, Unbekanntes zu entdecken.

Buben: Die Buben können Ereignisse oder Personen zeigen und symbolisieren die Unerfahrenheit eines Menschen, die sich bis zur Naivität steigern kann. Ereignisse zeigen sich als kleine Neuanfänge. Beziehen sie sich auf Personen, sind zumeist jüngere bzw. Menschen gemeint, die neu in unser Leben getreten sind – z.B. eine Liebschaft.
Damen: Die vier Damenkarten verkörpern das weibliche Prinzip in Vollendung. Sie sind abwartend und reagieren wohl überlegt, stehen für Reife und verheißen Wachstum. Während die „roten Damen“ oft für jüngere oder liebliche Frauen stehen, werden die „schwarzen Damen“ mitunter als ältere Frau interpretiert, die zuweilen auch missgünstig sein können.
Könige: Die Könige sind Autoritätskarten, die männliche Dominanz und Kompetenz ausstrahlen. Genauso wie die Damen stehen die Könige in Sachen Reife auf höchster Stufe. Diese Karten sind selbstbewusst, impulsiv und treffen – anders als die Damen – Entscheidungen ohne zu zweifeln.
Der zweite Teil unserer Skatserie erscheint am 16. Februar. Dann zeigen wir Ihnen die Bedeutung aller Personenkarten (Könige, Damen und Buben) und geben Ihnen ein spannendes Kombinationsbeispiel mit Interpretation an die Hand.