Das Partnerspiel

Die Frühlingszeit ist die Zeit der Verliebten…

…ein Grund mehr, die Tarotkarten nach der Beziehung zu befragen. Das „Partnerspiel“, das ich heute vorstelle, ist aus mehreren Gründen interessant: Es eignet sich nicht nur dazu, eine Beziehung zu erforschen, sondern es ist zusätzlich ein gutes Instrument, um eine neue Bekanntschaft nach der Möglichkeit zu einer festen Partnerschaft zu hinterfragen. Diese Legung wird auch gerne verwendet, weil man die Karten nicht nur alleine, sondern auch zu zweit befragen kann. Dabei zieht jeder der Partner ausschließlich „seine“ Karten, die dann ausgelegt, interpretiert und verglichen werden. So eine Legung kann eine äußerst spannende Bestandsaufnahme einer Beziehung sein, kann Missverständnisse aufdecken und klären und – auch das ist zu beachten! – vielleicht auch einige Kontroversen hervorrufen.

Und letztendlich sei auch noch zu erwähnen, dass das „Partnerspiel“ natürlich nicht nur für Liebesbeziehungen geeignet ist, sondern sich auch als aufschlussreiche Legemethode bewährt hat, wenn Beziehungen und Partnerschaften anderer Art hinterfragt werden sollen: Geschäftsbeziehungen, Freundschaften etc. Das „Partnerspiel“ ist also eine durch und durch facettenreiche und vielschichtige Legemethode!

Was verrät Ihre Beziehung?

Üblicherweise werden für die Legung 6 Karten gezogen. Die Karten werden in zwei senkrechten Reihen zu je 3 Karten ausgelegt. Die ersten beiden Karten (1 A und B) zeigen an, was beide Menschen von ihrem jeweiligen Partner denken und wie sie ihn einschätzen. Die Karten 2A und 2B beschreiben, wie sich die beiden Involvierten selbst sehen. 3A und 3B zeigen an, wie beide die Beziehung betrachten. Diese Karten können hier einiges aufdecken: sowohl Ängste als auch Hoffnungen, aber auch die bewusste Einschätzung der Partnerschaft.

Ich persönlich habe eine erweiterte Version des Partnerspiels entwickelt; hierfür werden 4 zusätzliche Karten gezogen (siehe Grafik). Diese Methode hat sich bislang sehr gut bewährt, wenn man die Bedürfnisse und Wünsche der Partner genauer eruieren möchte. Bei dem erweiterten Partnerspiel symbolisieren die Karten auf dem 4. Platz die Wünsche beider Partner. Diese Karten sind deshalb interessant und äußerst aufschlussreich, weil sie nicht nur eine „nice-to-have“-Situation anzeigen, sondern auch das beschreiben können, was sich die Beteiligten innerhalb der Beziehung sehnlich wünschen oder vermissen. Es ist klar, dass diese Karten Erkenntnisse bringen können, die vielleicht ein neues Licht auf die Partnerschaft werfen. Soll eine Beziehung hinterfragt werden, bei der noch gar keine verbindliche Partnerschaft besteht, aber diese von einer Person angestrebt wird, dann sind es explizit auch die beiden Karten auf der 4. Position, die über die wahren Absichten der beiden Menschen Auskunft geben, und anhand derer sich auch ableiten lässt, ob überhaupt eine Chance auf eine verbindliche Liebesbeziehung besteht.

Die Frühlingszeit ist die Zeit der Verliebten

Die Karten 5A und 5B im erweiterten Partnerspiel machen deutlich, wie sich beide Partner verhalten und wie sie vom anderen gesehen werden. Dabei müssen diese beiden Karten nicht unbedingt mit dem restlichen Kartenbild harmonieren oder übereinstimmen, denn sie können auch „nur“ eine Fassade anzeigen.

Im nachfolgenden Beispiel ging es um die Legung einer jungen Dame, die einen Herrn kennen gelernt hatte und bereits mehrmals von ihm eingeladen worden war. Bislang war die Beziehung noch rein platonisch, doch der Wunsch nach einer leidenschaftlicheren und verbindlicheren Liaison war in ihr wach geworden. 

Beispiellegung

In dem neuen Partner sieht sie deshalb die Möglichkeit, einen Neuanfang zu wagen (8 der Münzen). Allerdings scheint er von ihren Absichten (noch) nicht viel zu bemerken – das lässt jedenfalls die Schwertkönigin, die er ihn ihr sieht, erahnen: Er nimmt sie jedenfalls als kühle und distanzierte Frau wahr (auch zeigt sie nach außen hin nichts von ihren Absichten und Wünschen, aber zu dieser Karte werde ich später kommen). Sie selbst sich selbst als jemand, der viel Schönes in die Beziehung einbringen kann, möglicherweise erkennt sie auch die Fülle an Möglichkeiten, die diese Beziehung für sie bringt (10 der Münzen). Auch der neue Bekannte scheint auf eine positive Entwicklung zu vertrauen – jedenfalls nimmt er sich selbst als jemand wahr, der auf einem guten Fundament steht, sich einen Überblick verschafft hat und nun optimistisch in die Zukunft blickt (3 der Stäbe).
Dass die Dame bereit ist, sich – wenn auch noch mit wackeligen Beinen – auf die Beziehung einzulassen, zeigen die 6 der Schwerter auf Platz 3A. Er jedoch braucht noch Zeit – er sieht die Beziehung noch als etwas, was zunächst zu beobachten ist und eventuell Wachstumspotential in sich trägt (7 der Münzen). Einen Aha-Effekt hatte die Karte auf Platz 4 A: Sie zeigt nämlich auf, wie sehr sich die Fragstellerin emotionale Erfüllung wünscht und sich in dieser Situation die Tiefe einer großen Liebe herbeisehnt (Ass der Kelche). Auch ihr möglicher Partner wünscht sich Wärme (die Sonne auf Platz 4 B) und bejaht die neue Bekanntschaft.
Wie vorhin bereits angedeutet, scheint man ihr jedoch den Wunsch nach einer intensiven Beziehung (Ass der Kelche) sowie die Bereitschaft, sich einzulassen (6 der Schwerter) nicht anzusehen: Die 2 der Münzen auf Platz 5 A als Karte des Auftretens zeigt jedenfalls an, dass sie unbekümmert, spielerisch und mitunter auch unentschlossen und vielleicht auch zu wankelmütig auftritt. Ihm hingegen scheint es nicht sonderlich gut zu gehen, wie die 5 der Münzen auf Platz 5 B anzeigen. Er dürfte auch nach Außen signalisieren, dass ihm etwas fehlt und er im Moment eine Durststrecke durchsteht.

Die Frühlingszeit ist die Zeit der Verliebten

Meine persönliche Antwort auf die Frage der Ratsuchenden, ob der Mann ebenso für sie Gefühle hegen würde, ließ sich in diesem Falle (noch) nicht mit einem eindeutigen Ja oder Nein beantworten: Zwar zeigten sich einige Karten in einer Säule durchaus „positiv“ im einfachen Sinne (wie z.B. die Sonne, die als Wunschkarte das Bedürfnis nach gegenseitigem Verstehen ausdrückt), doch es fehlten die klassischen „Gefühlskarten“ (Kelchkarten), die normalerweise für die innere emotionale Beteiligung stehen.

Außerdem war es meines Erachtens sehr wichtig für die Fragestellerin zu erkennen, wie er sie wahrnimmt (Schwertkönigin). Ebenso schlug ich ihr vor, mehr auf ihn einzugehen und zu erkennen, dass er Verlassenheit und Entbehrung signalisierte (5 der Münzen). Noch gewichtiger war für mich jedoch die „Zeitkarte“, die 7 der Münzen, die auf seiner Seite erschien, und die eindeutig anzeigte, dass er noch Zeit brauchte, um die Situation einzuschätzen.

Aber auch auf ihrer Seite fehlte mir mehr „Schliff“, um eine verbindliche Beziehung daraus abzuleiten. Zwar machte das Ass der Kelche den Wunsch nach Liebe und Emotionen deutlich, doch gerade die Karte auf Platz 5 A zeigte auf, dass die Dame nach außen hin vielleicht etwas ganz anderes signalisierte als sie sich in Wirklichkeit wünschte. Es ist also erkennbar, wie gut diese Legemethode eine Beziehung beleuchten kann. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren!