Das Geheimnis der Iris

Karte 1: der Keim, das Potenzial

Karte 2: die Sprossen – die erste Regung; diese Karte gibt nützliche Informationen darüber, ob der Keim (eine Idee ein Projekt, eine Beziehung) gut genährt wurde. Sie zeigt auch, was bisher aus dem Keim entstanden ist.

Karte 3: Blätter und Stängel: Was jetzt gebraucht wird, damit das Vorhaben (oder die Beziehung) wachsen und gedeihen kann

Karte 4, 5, 6: Was erwartet werden kann:
Platz 4: als Haupteffekt
Platz 5: als (unerwarteter) Nebeneffekt
Platz 6: als Tendenz für den weiteren Verlauf

Dieses Legesystem habe ich dem Buch „Tarot Games“ von Cait Johnson & Maura D. Shaw entnommen und leicht abgewandelt. Die Iris oder die Schwertlilie passt gut zum Frühling, der nun unaufhaltsam an die Tür klopft. Das Legemuster basiert auf dem natürlichen Zyklus dieser Blume – zuerst ist die Zwiebel oder der Same da, der im Boden überwintert, durch den Impuls des wärmer werdenden Bodens im Frühling kommt der erste Spross, dann wachsen Blätter und schließlich entfaltet sich die Blüte. Das Symbol der Iris begegnet uns auch im Rider-Waite-Tarot auf mehreren Karten, so zum Beispiel auf der Karte 1 (Magier) oder auf der Karte 14 (Mäßigkeit).
Die Iris symbolisiert Reinheit und Weisheit. Iris ist auch die griechische Göttin des Regenbogens und geflügelte Götterbotin, vorzugsweise der Göttin Hera, deren Befehle sie den Menschen überbringt. Sie ist somit ein Verbindungssymbol zwischen Himmel und Erde. So kann dieses Legesystem auch als Ratgeber gesehen werden, Ideen, Träume, Visionen (Himmel) auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Dieses Legesystem kann genutzt werden für ein neues Projekt oder für die Umsetzung einer Idee. Somit kann es vor allem im beruflichen Kontext gelegt werden, aber sicherlich auch für das „Projekt“ Beziehung. Voraussetzung ist, dass nach einem konkreten Thema gefragt wird, zum Beispiel: „Was sagt Tarot zu meiner Idee, mich als Versicherungsvertreterin selbstständig zu machen?“ oder „Was sagt Tarot zu meinem Vorhaben, eine Diät zu machen“?

Karte 1: der Keim, das Potenzial

Karte 2: die Sprossen – die erste Regung; diese Karte gibt nützliche Informationen darüber, ob der Keim (eine Idee ein Projekt, eine Beziehung) gut genährt wurde. Sie zeigt auch, was bisher aus dem Keim entstanden ist.

Karte 3: Blätter und Stängel: Was jetzt gebraucht wird, damit das Vorhaben (oder die Beziehung) wachsen und gedeihen kann

Karte 4, 5, 6: Was erwartet werden kann:
Platz 4: als Haupteffekt
Platz 5: als (unerwarteter) Nebeneffekt
Platz 6: als Tendenz für den weiteren Verlauf

Die Karte 1 zeigt dabei die Möglichkeiten, das Potenzial, das in der ganzen Sache steckt. Wenn hier eine kritische Karte erscheint, ist es nicht einfach, aus diesem „schadhaften“ Keim eine gesunde Pflanze zu ziehen, und die Karte selber kann zeigen, woran es hapert. Manchmal ist einfach die Zeit noch nicht reif für das gefragte Projekt. Die Karte 2 symbolisiert, was aus dem Keim bisher gemacht wurde – sozusagen als Status quo des Projektes, der Beziehung. Sie kann bei einer eher kritischen Karte eine Kursänderung verlangen. Wie das gemacht werden kann, zeigt die Karte 3 – sie wird im Zusammenhang mit der Karte 2 gedeutet.
Die Karten 4 bis 6 sind als Einheit zu interpretieren, sie zeigen ein mögliches Ergebnis. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Karten 1 bis 3 einigermaßen erfolgversprechend sind, bzw. mit Karte 3 eine eventuelle Kurskorrektur vorgenommen wird. Dann zeigt Karte 4, was unmittelbar als Ergebnis erwartet werden kann, Karte 5 eher einen überraschenden Nebeneffekt, mit dem man so nicht gerechnet hat und die Karte 6 zeigt die weitere Tendenz an.
Sollten die Karten 1 bis 3 eher kritischer Natur sein und die Karten 4 bis 6 trotzdem Gutes verheißen, so kann damit gerechnet werden, dass Hilfe und Unterstützung von außen kommt, man Glück hat oder auch, dass der Frager selber pessimistischer ist als notwendig. Im umgekehrten Fall liegt es nahe, dass aus dem Potenzial wenig gemacht wird und die Pflanze trotz guter Anlagen verkümmert.

Die Fragerin ist eine 45-jährige ausgebildete Yoga-Lehrerin (spezialisiert auf Luna-Yoga), die sich überlegt, ob sie ein Yoga-Studio eröffnen und Unterricht in Gruppen- und Einzelsitzungen anbieten soll. Ferner ist sie sich unschlüssig, ob sie dies alleine oder zusammen mit einer Geschäftspartnerin tun soll, um das finanzielle Risiko zu teilen. Die Karten ergaben folgendes Bild:

Karte 1: der Keim, das Potenzial: die Herrscherin
Eine Wachstumskarte als Potenzial für ein Projekt ist viel versprechend. Die Herrscherin beschreibt das Potenzial sowohl für die Fragestellerin selber als auch für den Geschäftsinhalt. Luna-Yoga ist eine Yogarichtung, die sich vor allem mit den weiblichen Zyklen befasst, es wird oft eingesetzt bei Menstruationsproblemen, bei Kinderwunsch oder als Geburtsvorbereitung. Die Herrscherin ist nun eine urweibliche Karte, sie verkörpert die Natur (und damit auch die natürlichen Zyklen, aber auch die Launen der Natur) und die Fülle des Lebens. Damit steht sie ganz direkt für das Thema: Leben im Einklang mit den weiblichen Zyklen, Natürlichkeit, Weiblichkeit mit all ihren Aspekten, Fruchtbarkeit, Schwangerschaft, Mutterschaft. Und der Bezug zum Körperlichen ist ebenfalls da. Für die Fragerin selber liegt das Potenzial darin, sich als Frau zu erleben und ihre Luna-Yoga-Lerninhalte als Vorbild weiterzugeben. Sie hat das Potenzial, sich weiterzuentwickeln, denn die Herrscherin symbolisiert auch die Fülle der Möglichkeiten. Und als weibliches Pendant zum Herrscher ist die Herrscherin auch die „Chefin“, die Geschäftsführerin. Ein prallgefülltes „Samensäckchen“ also für ihr Projekt.
Karte 2: die Sprossen – die erste Regung
Diese Karte gibt nützliche Informationen darüber, ob der Keim (eine Idee, ein Projekt, eine Beziehung) gut genährt wurde. Sie zeigt auch, was bisher aus dem Keim entstanden ist: 2 der Schwerter. Diese Karte verweist deutlich auf ihr Hin- und Hergerissensein, ob sie das Studio alleine eröffnen soll oder mit einer Partnerin. Es ist anzunehmen (und wurde auch von ihr bestätigt), dass sie diese Frage ziemlich zermartert und auch bremst in all ihrer Energie.
Außerdem ist ihr Selbstbewusstsein nicht sehr stark ausgeprägt, und der Zweifel, ob ein solches Studio von Erfolg gekrönt wäre, ist ziemlich groß. Hier kommt auch stark die klassische Deutung dieser Karte zum Tragen: Sie gibt ihrem Verstand und ihren Gedanken sehr viel Macht und verschließt sich vor der Stimme ihres Unterbewusstseins. Das Meer im Hintergrund symbolisiert die Intuition, die ihr immer wieder deutlich sagt, dass ihr dieses Projekt viel Erfüllung, Sinn und Freude geben könnte.
Die Fragerin ist eine 45-jährige ausgebildete Yoga-Lehrerin (spezialisiert auf Luna-Yoga), die sich überlegt, ob sie ein Yoga-Studio eröffnen und Unterricht in Gruppen- und Einzelsitzungen anbieten soll. Ferner ist sie sich unschlüssig, ob sie dies alleine oder zusammen mit einer Geschäftspartnerin tun soll, um das finanzielle Risiko zu teilen. Die Karten ergaben folgendes Bild:

Karte 3: Blätter und Stängel
Was jetzt gebraucht wird, damit das Vorhaben (oder die Beziehung) wachsen und gedeihen kann: Ass der Schwerter. In Kombination mit der Karte 2 rät das Ass der Schwerter zu einer klaren Entscheidung. Nur wenn die Zweifel besiegt werden, und die Entscheidung, ob Alleingang oder nicht, gefällt wird – egal in welche Richtung (dazu haben wir später noch ein Entscheidungsspiel gelegt, welches ihr eindeutig zum Alleingang geraten hat), dann kann es weitergehen und der Keim sich weiter gesund entwickeln. Der Bremsklotz in der ganzen Geschichte sind die 2 der Schwerter – zweifelnde zermarternde Gedanken können sehr energieraubend sein.

Karte 4, 5, 6: Was erwartet werden kann
• Platz 4: als Haupteffekt: Bube der Kelche
• Platz 5: als (unerwarteter) Nebeneffekt: Narr
• Platz 6: als Tendenz für den weiteren Verlauf: 9 der Münzen

Wenn diese Blüte so aufgeht, dann ist das Potenzial der Herrscherin gut genutzt. Der Bube der Kelche zeigt, dass die Eröffnung eines Yoga-Studios unmittelbar Gefallen und Resonanz finden wird, und dass die Fragerin mit ihrem Studio nicht nur materielle, sondern vor allem emotionale Erfüllung finden wird, da sie sich damit zutiefst identifiziert und aus dem Herzen handelt. Ein Geschäft, das wir mit Liebe eröffnen, bekommt meist auch eine liebevolle Resonanz. Der Narr als Nebeneffekt ist möglicherweise eine Einladung, sich nicht auf ein starres Angebot zu fixieren, sondern auch neuen Ideen Raum zu lassen, also auch darauf zu achten, was sich entwickelt und offen dafür zu sein.
Da sie ja nicht nur Luna-Yoga anbieten will, ist auch denkbar, dass sie mit ihrem Angebot auch Kinder anspricht oder die Frauen Interesse zeigen, ihre Kinder mitzubringen. Mein erster spontaner Gedanke bei der Sichtung des Narren war „Lachyoga“, denn das ist ja eine recht ungewöhnliche, aber effektive Art des Yoga und sicherlich unter der Signatur des Narren zu finden. Auf einer anderen Ebene verspricht der Narr mehr persönliche Freiheit. Auf welche Art auch immer – der Narr könnte auf eine Erweiterung des Angebotes hinweisen, auf eine Neugier und Offenheit bezüglich der Weiterentwicklung des Studios. Ich habe ihr auch die Möglichkeit aufgezeigt, dass sich der Narr manchmal als „Chaos“ zeigen kann oder als Planlosigkeit – da die Klientin aber sehr strukturiert ist, ist das schwer vorstellbar.
Der weitere Verlauf des Projektes zeigt mit der Münzneun, dass es wichtig ist, immer die „Gunst des Augenblicks“ zu nutzen. Damit bietet die Karte eine Unterstützung für den Narren in dem Sinne, dass auch aktuelle Trends und Interessen wahrgenommen und umgesetzt werden. Außerdem legt die Münzneun nahe, dass auch der finanzielle Aspekt bei der Eröffnung des Studios nicht zu kurz kommen dürfte.