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Das verflixte 7. Jahr

Theresa Osenstaetter

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So bleibt Ihre Beziehung jung!

Wer wünscht sich nicht, ewig jung zu bleiben, sich täglich über Neues zu freuen, mit Spannung in den kommenden Tag zu gehen? Insbesondere unsere Beziehung soll ein Quell von Innovation sein, doch oft versiegt er zu schnell und wird zum stagnierenden Gewässer, in dem alte Konflikte, Selbstzweifel und Entfremdung brodeln. Die große Herausforderung an Liebende heißt reifer zu werden – und dennoch gemeinsam jung zu bleiben. Wir verraten Ihnen, wie…
Verliebt? Die Liebe verleiht Flügel!

verflixte7jahr_1Beziehungen in der Krise

Stellen Sie sich vor, auf einer idyllischen Blumenwiese steigen erschöpfte ältere Menschen in ein dampfendes kräuterduftendes Bad im luxuriösen weißen Marmorbottich – und entschweben ihm auf der anderen Seite rank und schlank als junge Teenager…Nein, das ist keine Werbung für die neueste Schönheitsfarm, Wellness- oder Ayurvedaklinik, auch wenn diese Zielvorgaben ähnlich sind.

Der „Jungbrunnen“ ist ein altes Thema unserer Kulturgeschichte: die Vorstellung, mühelos Jahrzehnte an Beschwernis, Kummer, Krankheit und Alter abzuwerfen, hat die Menschen schon zu allen Zeiten fasziniert. Dass diese zeitlos wünschenswerte Verwandlung ausgerechnet durch ein Bad geschehen soll, hat eine religiöse Beibedeutung, denn das Eintauchen in Wasser galt allgemein als persönlichkeitsstärkend und kathartisch (reinigend) – man denke nur an die christliche Tauftheologie. Das Bad soll den „alten Menschen“ abspülen und den „neuen Menschen“ zum Vorschein kommen lassen, was sich auf die schöne Erscheinung, aber auch auf die Seele bezog. Im Orient (Koran) wie im Okzident (Bibel) sehnte man sich nach äußerer und spiritueller Erneuerung, träumte vom verjüngenden und geistig erneuernden Bad, auch in der bildenden Kunst war es ein populäres Thema: der mittelalterliche Maler Lucas Cranach hat den Jungbrunnen gemalt. Doch lassen wir nun aber die Beautyträume des Mittelalters beiseite, denn was hat das alte Wunschbild des Jungbrunnens mit ganz aktuellen Beziehungsschwierigkeiten zu tun? Auf den ersten Blick sicher nicht viel, doch auf den zweiten Blick gibt es einige Parallelen.

„Ewig jung“ ist leider niemand, allen Versprechungen der Werbung und mystischen Sinnbildern zum Trotz, auch menschliche Beziehungen altern genauso, wie Personen das tun. Ein typisches Kennzeichen einer in die Jahre kommenden Beziehung ist der Verlust von im psychologischen Sinne „jugendlicher“ Kennzeichen, von Neugier, Spannkraft, Humor, Intensität, Verlangen – und das führt nicht selten über die Langeweile zur Entfremdung bis hin zum Trennungsfall. Die Zeit, ein natürlicher Feind der Liebe? Fast scheint es so. Die seit Jahren steigende Scheidungsrate in Deutschland wird zumindest von Paartherapeuten auf diesen natürlichen, jeder Verbindung innewohnenden Alterungsprozess von Beziehungen und auf unrealistische Erwartungen an die Ehe zurückgeführt. Merken wir uns: eine gewisse Gewöhnung und Routine ist einfach normal, auch wenn dies in einer beschleunigten, nach Neuem strebenden Spaßgesellschaft nicht gern akzeptiert wird. Psychologen raten uns, diese Realität mit einem Augenzwinkern anzuerkennen, denn in einer Partnerschaft gibt es nicht nur Glück und Innovatives, sondern auch Krisen und Streit. Doch diese Gegebenheit hinzunehmen, fällt uns oft sehr schwer.

Die Liebe leidet meist, wenn der Alltag stressbedingt eine zu große Rolle spielt: Geldsorgen, Berufsprobleme, gesundheitliche Einschränkungen und Mobbing im Job werden zunehmend als Gründe genannt, weshalb die Partnerschaft mit der Zeit nicht mehr als erquickend und impulsierend, sondern eher noch als eine zusätzliche Belastung empfunden wird. Das ist es, was den Satiriker Kurt Tucholsky in den goldenen Zwanzigern spöttisch berlinern ließ: „und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt“. Wir wissen, dass nach einem schönen Beginn zwei Liebende oft schlimmen Krisen und Zerreißproben ausgesetzt sind. Der Film hört gewöhnlich dort auf, muss dort aufhören, qua Traumfabrik – doch das Leben macht weiter. Und unsere Bereitschaft, uns im Krisen- und Ermüdungsfall wirklich zu trennen, wird höher. Die Trennungsbereitschaft steigt mit der Zeit, oft auch deshalb, weil man eher aus der Beziehung „aussteigen“ kann als aus den beruflichen Notwendigkeiten. Kinder werden zudem heute nicht mehr als Scheidungshindernis angesehen – schon die Hälfte der im Jahr 2001 geschiedenen Ehepaare hatte junge Kinder unter 18 Jahren. Insgesamt waren so schon über hunderttausend minderjährige Kinder von der Trennung ihrer Eltern betroffen. Diese Statistik des Wiesbadener Bundesamtes weist auch auf Unterschiede in den einzelnen Bundesländern hin: in Ostdeutschland scheinen Beziehungen krisenfester zu sein als im Westen.

Das verflixte 7. Jahr

Man spricht landläufig vom „verflixten siebten Jahr“ und meint damit selten den berühmten Film mit Marilyn Monroe, wenngleich ihr im gleichen Film beinfrei flatterndes schneeweißes Plisseekleid sicher aus dem Gedächtnis der Cineasten nicht wegzudenken ist. Die verbreitete Meinung ist, dass nach einigen Jahren, insbesondere nach sieben Jahren, jede Beziehung ob in Ost oder West – schon brüchig, erschöpft oder zumindest trennungsgefährdet ist. Das ist so nicht ganz richtig: aus der aktuellen Aufstellung des Statistischen Bundesamtes von 2001 geht hervor, dass das höchste Scheidungsrisiko in Deutschland zwischen dem dritten und dem sechsten Ehejahr liegt. Die meisten Trennungen erfolgen nach drei oder vier Jahren. Wer das berüchtigte siebente Jahr gemeinsam erlebt, hat also bereits Krisenfestigkeit bewiesen!
Krise? Helfen Sie einander auf!

Ein Gott mit Kahlkopf

Wenn Ihre Beziehung über die Jahre auch sprichwörtlich in die Jahre gekommen ist und sich Ermüdungserscheinungen zeigen, Frust, Unlust und Langeweile, gibt es dazu auch astrologische Entsprechungen. Nicht nur Ihr Sonnenzeichen und das Sonnenzeichen Ihres Partners sind dabei von Bedeutung, auch nicht Ihrer beider Radixhoroskop allein. Sie wissen sicher schon, ob Stier und Skorpion zusammenpassen und welche Rolle die Aszendenten spielen, wenn etwa die charmante Waage zur Dinnerparty möchte und der impulsive Widder lieber ins Fußballstadion läuft. Doch das sind vereinzelte Spannungspunkte, die oberflächlicher Art sind. Eine Beziehung ist eine Bindung auf Dauer, und da kommt es auch auf die Zeitqualitäten an. Philosophisch betrachtet gibt es einen Unterschied zwischen quantitativer Zeit (chronos) und qualitativer Zeit, dem richtigen Zeitpunkt (kairos). Quantitative Zeit misst man als einen Zeitraum, so sagt man „Chronometer“ zur Uhr oder man spricht von „chronischen“, dauerhaften Krankheiten.

Qualitative Zeit ist aber nicht durch die Dauer, sondern durch die Erlebnisqualität bestimmt und daher nicht messbar. Man glaubte früher, der richtige Zeitpunkt sei identisch mit dem Glück der Menschen. Der Glücksgott Kairos wurde in der griechischen Mythologie oft als ein Mann mit schönen Locken auf dem Vorderkopf dargestellt, dessen Hinterkopf aber glattgeschoren war. Daher stammt die Redensart „die Gelegenheit beim Schopf packen“ – denn wenn der richtige Zeitpunkt vorbei ist, ist die Gelegenheit entschwunden. Sie kennen diese Unterscheidung aus Ihrem eigenen Leben, denn Sie haben sicher schon oft festgestellt, dass ein bestimmter Zeitpunkt günstig oder weniger günstig ist und auch, dass ein bestimmter Anfangszeitpunkt eine Qualität in sich birgt, die sich in der Zukunft weiter fortsetzt. Ein glücklicher Beginn setzt sich positiv fort, ein ungünstiger Anfang bringt oft weitere Schwierigkeiten mit sich. Die neue Stelle vermittelte Ihnen von Anfang an so ein Gefühl, dass es nicht klappen könnte, und andererseits läuft seit dem Umzug alles viel besser? Das könnte auch an der vorherrschenden Zeitqualität liegen. Übertragen wir diese Gegebenheit doch einmal auf Ihre Beziehung und überprüfen deren Zeitqualität.

Astrologische Entsprechungen

Eine Garantie für Langzeitharmonie gibt es nicht – doch es kann bezeichnend sein, welche astrologische Qualität in Ihrer Beziehung vorherrscht. Erinnern Sie sich noch, zu welcher Zeit Sie sich kennen lernten? Wenn Sie sich im April zum ersten Mal trafen, herrscht als Anfangsimpuls die stürmische Widderenergie in Ihrer Beziehung; fanden Sie hingegen im September zusammen, ist die kritische Jungfrau die Initialqualität Ihres Liebeslebens. Grundsätzlich gilt: die Energie des Sternzeichens, das zu Ihrem Kennenlernzeitpunkt dominierte, prägt die Qualität Ihrer Beziehung (neben Ihren Sternzeichen) entscheidend mit. Und hierbei ist es wichtig, die Langzeitfolgen zu betrachten: können zwei Feuerzeichen auf Dauer mit der emotionalen Fischeenergie, die zum Zeitpunkt des ersten Dates vorherrschte, gut umgehen oder fühlen sie sich gebremst? Sind zwei konservative Erdzeichen von der luftigen Wassermannenergie, die zuerst beim liebesstiftenden Valentinsball herrschte, auf Dauer nicht eher doch irritiert? Disharmonien können auch hier eine subtile Ursache haben, wenn der „drive“ der Beziehung nicht zum Charakter der Hauptpersonen passt, weil der Initialzeitpunkt astrologisch einfach nicht harmoniert. Beziehungsforscher haben übrigens festgestellt, dass Paare, die im Winterhalbjahr zueinander finden, auch durchschnittlich längere Beziehungen haben als Sommerflirter, die statistisch gesehen kürzere Beziehungen haben.

Das klingt einleuchtend, nicht wahr? Auch astrologisch mag das stimmen, denn Zwilling und Löwe als Sommerzeichen bieten in sich keine sehr hohe Bindungsenergie. Lediglich der Krebs als Herrscherzeichen des Juni/Julis ist bindungsorientiert, kann jedoch durch seine Launenhaftigkeit dauerhafte Beziehungen zum Zerbrechen bringen. Die Sommerzeit ist als zeitliche Qualität nicht die beste für den gemeinsamen Nestbau…Also starten Sie, falls Sie zufällig Single sind, mit Vorfreude in die kältere Jahreszeit. Die pessimistische Auffassung des Dichters Rilke, dass, wer im Herbst allein ist, es lange bleiben wird, ist astrologisch-zeitqualitativ gesehen gar nicht wahr…

Ein modernes Jugendelixier

Ob als Single oder in Partnerschaft lebend, wir alle haben natürlich ein Interesse am Erhalt einer Beziehung. Nun haben Sie aber vielleicht gerade erst erfahren, dass Sie im krisenhaften vierten Jahr sind, und die Zeitqualität Ihrer Beziehung auch nicht zu Ihrem Sternzeichen passt. Trübe Aussichten? Nein, bitte gehen Sie noch nicht zum Scheidungsanwalt, zumindest nicht, wenn nichts Gravierenderes dafür spricht – andernfalls gibt es Wege, die vitale Spannkraft Ihrer Beziehung zu erhalten. Jungbrunnen im übertragenen Sinn sind Erfahrungen, Eindrücke und Verhaltensweisen, die einen Menschen sich wieder jugendlich oder jung fühlen lassen.

Solche Verhaltensweisen sollten Sie natürlich kultivieren! Nur, was bedeutet das? In der analogen Entsprechung der Astrologie sind das primär Tätigkeiten, die dem Zwillingszeichen zugeordnet werden, wie Kommunikation, Reisen, Bildung, Austausch und Selbsterfahrung. Zwillingsherrscher Merkur gilt als der pfiffige Gott der Diebe und Händler, als Intellektueller, aber auch als geflügelter Götterbote, der Nachrichten blitzschnell überbringt. Seine mystische Seite ist die Initiation der Seelen: Merkur gilt als Seelenkenner und Seelenführer und geleitet in der römischen Mythologie die Toten ins Jenseits. Deshalb wacht er auch über ursprünglich schamanistische Tätigkeiten, wie Erlebnisse der Reise (Seelenreise), der Grenzüberschreitung und Bewusstseinserweiterung. Merkur stand im besonderen Ruf, niemals alt zu werden, da er sich kontinuierlich geistig erneuerte, wie sich eine Schlange häutet. Wer viel Merkurenergie in seinem Leben verwirklicht, läuft selten Gefahr, abgespannt, öde und gelangweilt zu werden – von sich und anderen. Deshalb gilt Merkur traditionell auch als Erhalter von Beziehungen. Viele Beziehungen „altern“ aus einem Mangel dieser Tätigkeiten, weil die Personen zuwenig miteinander sprechen, zuwenig Grenzen bewusst überschreiten, sich zuwenig neu entdecken. Möchten Sie einen Jungbrunnen für Ihre Beziehung entdecken? Dann bedeutet das konkret:

Raus aus dem Alltag (schon eine Reise gebucht?)!
Sprechen Sie miteinander (Sprachlosigkeit macht fremd)!
Spielen Sie miteinander (nein, das muss kein Schach sein)!
Überraschen Sie Ihren Partner (pretty in pink oder koreanisch essen?)!
Widmen Sie sich Ihrer eigenen Weiterentwicklung (doch, Unabhängigkeit ist sexy)!

Geben Sie Langeweile keine Chance

Beziehung ist Bindung auf Dauer, ist Umgang mit Ihrer Zeitqualität, Erhalt von Spannkraft. Gemeinsam ein Stück Weg zurücklegen, heißt auch Frustrationen zu meistern, und die Dauer Ihrer Beziehung wird davon abhängen, wie souverän Sie mit den kleinen Ärgernissen und Unvollkommenheiten des Alltags (und Ihres Liebsten) umgehen können. Klingt simpel, ist aber schwierig zu leben. Mehr und mehr macht sich heute eine „Konsumhaltung“ breit, sowie die Handlungstendenz, bei Problemen vorschnell aufzugeben oder gar ein „jüngeres Modell“ als Partner auszuwählen. Das ist nun aber ganz und gar nicht das, was das alte archetypische Sinnbild des Jungbrunnens meint: nicht das konsumistische Suchen nach dem Neuen, sondern innere Wandlung durch stetige Weiterentwicklung hält jung – am besten gemeinsam!