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Traumdeutungsschule

Danny Zeun

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Träume deuten – das können Sie auch!

Es ist schon sonderbar: Wir gehen abends zu Bett, um Ruhe und Erholung im Schlaf zu finden, doch dann sind wir plötzlich in einer Welt der Phantasie mit bizarren Bildern, Menschen, die uns bekannt oder unbekannt sind, Tieren, auch seltsamen Wesen und Landschaften. Wir haben die unglaublichsten Erlebnisse und erleben irrationale Szenen. Raum und Zeit sind dabei aufgehoben. Die Natur kann verrückt spielen. Alles ist möglich. Wünsche werden plötzlich wahr oder wir scheitern bis hin zum Tod. Oft wachen wir auf und sind froh, dass das alles nur ein Traum war. Nicht selten bedauern wir das auch.

Diese andere Wirklichkeit, der wir nachts begegnen, ist so spannend, dass sich die Menschen seit Urzeiten mit den Träumen beschäftigen.

Die ältesten Traum-Aufzeichnungen und Deutungen finden sich im hieratischen Traumbuch, das vor ca. 4000 Jahren in Ägypten in Stein gehauen wurde. Die Beschäftigung mit den Träumen und das Finden neuer Ansätze zur Traumdeutung reicht durch die Jahrhunderte, kennt viele Namen, und findet Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts einen Höhepunkt durch die Forschungen Freuds und C.G. Jungs. Deren Ergebnisse bilden auch heute noch die Grundlage, wenn wir uns mit den Träumen und deren Inhalten beschäftigen.

Freud und Jung – die Urväter der Traumdeutung

traumschule_1Freud (1856-1939), der Begründer der Psychoanalyse, erkannte im Traum den „Königsweg zum Unbewussten“. Trauminhalte werden gedeutet, indem der Träumer frei zu den Symbolen, die in seinem Traum auftauchen, assoziiert. Dadurch kommt man in der Psychoanalyse irgendwann zur Ursache des Problems des Patienten, das seinen Ursprung in traumatischen Erlebnissen in der Kindheit hat. Die Traumdeutung nach Freud ist also rückwärts gerichtet. Freud schrieb den Symbolen auch immer einen sexuellen Aspekt zu.

C.G. Jung (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, vertrat einen anderen Ansatz. Zwar legte auch Jung Wert auf die Assoziation, die aber nicht frei erfolgen sollte, sondern am Symbol orientiert blieb und damit eher die aktuelle Situation des Träumers betonte.
Jung sah im Symbol auch nicht ausschließlich eine sexuelle Bedeutung, sondern die persönliche Sichtweise des Träumers sowie eine überpersönliche, die allen Menschen immanent ist. So hat das Symbol Tod, das nach Jung aus dem kollektiven Unbewussten des Träumers (dem nicht bewussten aber vorhandenen Urwissen der gesamten Menschheit) stammt, für alle die gleiche Grundbedeutung, denn wir Menschen wissen, dass wir sterblich sind. Solch allgemein gültige Symbole nannte Jung Archetypen.

Jeder träumt – auch wenn er es nicht weiß

Jeder Einzelne von uns träumt, auch wenn sich nicht jeder an seine Träume erinnert. Wir haben ca. 4 –6 Träume pro Nacht, und wenn wir „nicht geträumt haben“ – wie der Volksmund sagt, heißt das eigentlich nur, dass wir uns nicht an unsere nächtlichen Phantasieerlebnisse erinnern. Das kann verschiedene Ursachen haben: Die Angst vor unliebsamen Traumbotschaften, eine Ablehnung und Abwertung des Trauminhaltes generell („so ein Unsinn“ hört man oft), Stressfaktoren, aber auch die Einnahme bestimmter Schlafmittel, die die Traumtätigkeit verhindern kann.

Eine gute Methode, die Träume in Erinnerung zu behalten, ist, Papier und Bleistift ans Bett zu legen und sofort nach dem Erwachen den Trauminhalt aufzuschreiben – und sei es nur ein Traumfetzen. Wenn man auf diese Weise seinen Träumen Beachtung schenkt – auch wenn man noch so müde ist – dann bleiben sie mit der Zeit immer mehr im Gedächtnis.

Träume können in verschiedene Arten eingeteilt werden: Wir kennen Angst- oder Alpträume, Todesträume, Tierträume, luzide Träume (wenn man im Traum weiß, dass man träumt und eingreifen kann in das Traumgeschehen), sexuelle Träume, Flugträume, archetypische Träume, vorausweisende Träume, um einige der wichtigsten zu nennen.

Geht man davon aus, dass die Träume tatsächlich die Sprache des Unbewussten und damit ein Ausdruck der Seele sind, dann ergeben sich folgende Fragen:

Was verraten unsere Träume eigentlich?

Was bedeuten meine Träume, welche Botschaften kann ich ihnen entnehmen, wie kann ich sie in Krisenzeiten nutzen, können sie mir (Warn-)Hinweise für die Zukunft geben, ja diese eventuell sogar vorhersehen? Und vor allen Dingen: Wie kann ich meine Träume entschlüsseln?

Die Sprache der Träume ist bildhaft. Sie teilt sich meist nicht direkt über eine klare Aussage mit, sondern bedient sich verschiedenster Symbole, zu denen nicht nur Gegenstände, sondern auch Personen, Tiere, Farben, Zahlen usw. gehören.

Die Grundbedeutung eines Symbols und die persönliche Sichtweise des Träumers muss nach Jung berücksichtigt werden, auch wenn es sich nicht immer um Archetypen htandelt. Hier ein Beispiel: Das sehr häufig in unserer westlichen Gesellschaft auftretende Traumsymbol Auto hat z.B. als allgemeingültige Grundlage: schnelles Fortbewegungsmittel von A nach B. Die individuelle Bedeutung kann jedoch variieren: Umweltverschmutzung, Freiheit, Unabhängigkeit, durch Fahrprüfung gefallen – Versagensgefühl, Verkehrsunfall, Statussymbol – all dies und mehr kann zum Auto assoziiert werden.

Es gibt noch 3 weitere wichtige Symbole (hier handelt es sich um Archetypen), die bei der Traumdeutung berücksichtigt werden sollten: der Schatten, die Anima und der Animus. C.G. Jung prägte diese Begriffe.Der Schatten ist ein unbewusster, ungelebter oder auch abgelehnter Anteil des Träumers. Er taucht oft in der Gestalt einer gleichgeschlechtlichen, unbekannten Person auf, sowie als Verfolger oder Angreifer, wobei es sich auch um ein gefährliches Tier handeln kann. Hier gilt es darauf zu achten, welcher Anteil des Träumers gesehen werden will.
Ausgehend von der Annahme, dass in der Psyche jeder Frau und jeden Mannes ein weiblicher und ein männlicher Teil angelegt sind, diese Teile aber oftmals einseitig gelebt werden, spricht Jung von Anima und Animus. Lebt ein Mann zu sehr seinen Animus, d.h. den männlichen Anteil, machen ihn Träume darauf aufmerksam, dass es an der Zeit ist, sich um seine Anima zu kümmern, den weiblichen Anteil. Die Anima zeigt sich häufig im Traum in Gestalt von Frauen, die als Heldin, Jungfrau, Hure, Madonna … auftreten.
Das gleiche gilt umgekehrt für die Frau, lebt sie zu weiblich orientiert, wird in ihren Träumen der Animus auftauchen und Beachtung fordern. Typische Animusgestalten sind männliche Figuren wie Helden, Vater, Autoritätspersonen …
(Umgekehrt kann das natürlich auch der Fall sein, zuviel Anima beim Mann, zu wenig Animus bei der Frau wären natürlich auch möglich.)

Warum träumen wir? Was ist der Nutzen?

Hier sind wir auch schon bei der Funktion der Träume: Sie haben immer eine Botschaft für uns. So machen sie uns auf nicht integrierte Persönlichkeitsanteile aufmerksam, die gelebt werden möchten. Und sie gleichen aus, wirken kompensatorisch: Haben wir zu viel Gefühl, bringen sie uns über die Symbolsprache den Intellekt näher, gehen wir zu verstandesmäßig an die Dinge heran, erinnern sie uns an unsere gefühlsmäßige Seite.
Träumen Sie häufig von Wasser? Ein Symbol für Emotionen. Dann können Sie sicher sein, dass Sie sich mehr mit Ihren Gefühlen beschäftigen sollten.
Tauchen (Wasser-) Träume immer wieder auf, dann ist das schon ein Hilferuf der Seele, dem sie unbedingte Aufmerksamkeit schenken sollten.

Wie gehe ich bei der Deutung der Träume vor?

Zur Deutung eines Traumes braucht man Verstand und Gefühl bzw. Intuition. Gut wäre es, sich in Märchen und Mythen auszukennen und Bibelfest zu sein. Man glaubt gar nicht, wie häufig Motive und Szenen aus alten Geschichten und der Bibel im Traum auftauchen. Wenn wir genügend Assoziationen zu den einzelnen Symbolen gesammelt haben, brauchen wir unseren Intellekt, um die Traumbilder zu übersetzen, so dass wir sie auch verstehen.

Für die Traumdeutung ist wichtig, sich dem Inhalt des Traumes durch Fragen zu nähern – egal, ob Sie einen eigenen Traum oder den eines anderen Menschen deuten.

Hier die bedeutsamsten Fragen, die Sie der Reihenfolge nach stellen sollten:

1) Wie war das Aufwachgefühl? Gut, schlecht, traurig, wütend, glücklich? Passt das zum Inhalt des Traumes?
2) Gibt es einen Tagesrest, an den man sich erinnert? Was war gestern oder vor ein paar Tagen? Steht das in Zusammenhang mit dem Inhalt des Traums?
3) Was macht das Traum-Ich? Ist man Beobachter oder Teil des Geschehens?
4) Kennt man die Gefühle oder Reaktionen im Traum? Oder macht man (oder jemand) etwas, was einem normalerweise fremd ist. (Das könnte ein Schattenthema sein).
5) Was für Symbole tauchen auf und was fällt einem dazu ein? (Assoziieren). Sollte es sich z.B. um eine Zahl x handeln, fragt man: Was war vor x-Jahren oder: Was war, als ich x-Jahre alt war. Sie werden erstaunt sein, was sich da zeigen kann.
6) Gibt es Redewendungen im Traum – Der Traum spricht in Bildern. Z.B. „Der Wasserspiegel steigt, plötzlich reicht mir das Wasser bis zum Hals.“ Oder: Gibt es Wörter, deren Sinn sich verändert, wenn sie einen Buchstaben austauschen? Z.B. Nacht– Macht. Oder: sprechende Namen: Im Wort Hel-mut steckt das Wort Mut. Seien Sie kreativ, spielen Sie etwas mit den Wörtern und Sätzen.
7) Gibt es Abweichungen im Traum von der Norm? Was fehlt, was ist zu viel? Z.B. Wenn Sie einen Traum haben, in dem nur Frauen vorkommen, wo ist das Männliche?
8) Erkennt man im Traum alte Muster? Reaktionen? Etwas, das man von sich kennt, etwas, was man immer wieder macht, obwohl man eigentlich gar nicht möchte?
9) Wie ist die momentane Lebenssituation? Gibt es Ereignisse, Veränderungen usw., die einen besonders beschäftigen? Kann man einen Bezug zum Trauminhalt herstellen?
10) Was will einem der Traum letztlich sagen? Was für Lösungen bietet er an?

Nur der Träumer selbst kann sagen, ob die Deutung eines Traumes zutrifft oder nicht.. Erst wenn sich beim Träumer das Gefühl einstellt, dass die Deutung stimmig ist, war sie auch erfolgreich.
Auch wenn keine sofortige Lösung gefunden wird – die Beschäftigung mit dem Traum reicht aus, um Impulse zu setzen. Strapazieren Sie sich und andere nicht unnötig mit dem Vorhaben, unbedingt zu einem Ergebnis zu kommen. Manchmal gibt es auch sinnvolle Widerstände und dann ist die Zeit einfach noch nicht da, bestimmte Seeleninhalte ans Licht zu bringen. Mit der Traumdeutung und dem Menschen, der uns seinen Traum an – vertraut, sollte man immer respektvoll und vorsichtig umgehen, denn der Traum gibt einen tiefen Einblick in die Seele des anderen. Es lohnt sich, die Träume zu beachten und zu entschlüsseln. Durch unsere Träume können wir uns besser kennenlernen, denn sie enthalten Botschaften, die wir ernst nehmen sollten, um psychisch und physisch gesund zu bleiben. Es sind Botschaften aus der Seele, ja Wegweiser der Seele, die uns des Nachts – sozusagen im Schlaf – geschenkt werden.

Im nächsten Teil zeigen wir anhand von Beispielen, wie Traumdeutung in der Praxis funktioniert.