Traumdeutungsschule – Tiere im Traum

Cornelia Regina Scheck

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Wenn Tiere uns im Traum besuchen…

Tiere spielen eine große Rolle in unserem Leben. Wir begegnen ihnen im Haus- oder Nutztier, aber auch in der Malerei, in der Literatur, in Fabeln, Märchen, Gedichten, in der Bibel, auf Tarotkarten, in der Astrologie (Tierkreis) – und natürlich im Traum.

Wenn Tiere hier auftauchen, ist unsere triebhafte, instinkthafte, animalische Seite angesprochen. Tiere können uns darauf aufmerksam machen, dass wir diese Seiten verdrängen und zu wenig ausleben. Oder aber zu stark thematisieren und damit immer wieder in Schwierigkeiten geraten.

Wenn Sie von einem Tier träumen, sollten Sie zunächst überlegen, was Sie mit diesem Tier persönlich verbindet. Woher kennen Sie das Tier?

traumschule_4Haben Sie positive oder negative Erfahrungen mit dem Tier in Ihrem Leben gemacht? Was assoziieren Sie mit dem Traum-Tier?
Welche Gefühle hatten Sie im Zusammenhang mit dem Tier im Traum? Angst, Freude, Neugierde …? Wie hat sich das Tier verhalten: helfend, ängstlich, aggressiv, wurden Sie gebissen? War ein wildes Tier ängstlich oder ein kleines, hilfloses Tier aggressiv? Und schließlich ist es von Bedeutung, welche Rolle das Tier in unserer Kulturgeschichte und in der Religion spielt. Wenn Sie diese Informationen gesammelt haben, können Sie mit der Deutung beginnen.
Wie immer sich das Tier verhält – es spiegelt Anteile von Ihnen. Sie können Rückschlüsse auf Ihr eigenes momentanes Empfinden und Verhalten ziehen. Wenn Sie gebissen werden, möchte diese Seite, die durch das Tier repräsentiert wird, von Ihnen wahrgenommen, ja angenommen werden.
Eine besondere Form der Tierträume stellen Schlangenträume dar. Sie sind häufig von Ängsten begleitet. Nicht nur ihr Gift kann tödlich sein, sie ist auch in der Mythologie mit dem Bösen verbunden. Die Bibel erzählt von der Schlange, die Eva verführt hat, den Apfel vom Baum der Erkenntnis zu pflücken. Deshalb wird sie mit dem Teufel gleichgesetzt. Schlangen stehen außerdem im Zusammenhang mit Sexualität und Lebenskraft, aber auch mit Transformation, dem Übergang von einer Lebensphase in die andere, die durch die Häutung der Schlange symbolisiert wird. Die Schlange im Traum kann auch auf körperliche Störungen aufmerksam machen und sie kann für Heilung stehen. So windet sie sich z.B. um den Äskulapstab (Äskulap ist der griechisch-römische Gott der Heilkunde), dem Wahrzeichen von Ärzten und Apothekern.

Hier als Beispiel ein Schlangentraum einer 55 Jahre alten Frau, die zum Zeitpunkt des Traums unter der Trennung des Partners litt, der sie wegen einer anderen Frau verlassen hatte. Sie spürte kaum Auftrieb, musste sich zu allem zwingen und hatte Sorge, nie mehr zu ihrer Kraft zurückzufinden:

Ich gehe auf einer langen einsamen Straße und bemerke plötzlich eine schwarze Schlange, die mir in geringem Abstand folgt. Ich traue meinen Augen kaum. Große Angst überkommt mich. Ich beschleunige meine Schritte, aber da wird die Schlange auch schneller, ich verlangsam mein Tempo und bleibe stehen, die Schlange macht dasselbe. Ich gehe weiter – die Schlange ebenso. Im Laufe des Gehens wechselt sie immer wieder mal die Farbe. Ich finde das sehr unheimlich. Einmal komme ich an einen Fluss, ich durchschwimme ihn. Als ich am anderen Ufer ankomme, ist auch die Schlange da. Sie war mitgeschwommen, ohne dass ich sie bemerkt hätte. So wandern wir beide immer weiter – knapp hintereinander her. Sie war meine stumme Begleiterin. Nach langer Zeit beschließe ich, stehen zu bleiben, mich umzudrehen und die Schlange anzusehen. Ich will endlich wissen, warum sie mir folgt. Wir schauen uns intensiv in die Augen, da wechselt ihre Farbe in ein buntes Schillern, ich fühle eine unglaubliche Kraft in mir und in dem Moment wache ich auf.

Mit ihrer Traum-Schlange assoziierte die Träumerin Macht, Kraft, Stärke, Magnetismus, aber auch etwas Unheimliches und Angst erregendes. Die Farbe Schwarz setzte sie in Verbindung mit Trauer und gleichzeitig Kraft.

Die Traumbesprechung ergab Folgendes: Nachdem diese Frau verlassen worden war, fiel sie in eine Art Starre, sie konnte sich an nichts mehr freuen, durchlebte eine Depression. Die Schlange war der lebendige Teil dieser Frau, sie spiegelte ihre inneren Prozesse (Farbenwechsel, wobei es hierzu keine spezifischen Farben gab), durch die sie während der Trauerarbeit ging. Das Tier stellte auch eine große Kraftquelle und Fähigkeiten dar, die die Frau aber nicht mehr erkennen, geschweige denn nutzen konnte, weil sie zu sehr mit dem Verlust beschäftigt war. Erst nachdem sie intensiv getrauert hatte (langer einsamer Weg) und durch den Fluss (ihre Gefühle und Reinigungsprozess) geschwommen war, konnte die Klientin ihre Aufmerksamkeit wieder auf etwas anderes richten: Sie drehte sich um und sah der Schlange in die Augen. D.h. sie kam in Kontakt mit dem, was die Schlange für sie symbolisierte – ihre Kraft – die immer da war (stumme Begleiterin), aber wegen des Verlusts nicht gelebt werden konnte. Dieser Traum zeigte der Klientin, dass die Trauerphase nun ihrem Ende zuging, und sie in ihre Kraft zurückfinden würde. Es dauerte nicht lange, da hörte die Depression auf. Das Leben wurde wieder farbig, was ja auch die Verwandlung der schwarzen in die bunt schillernde Schlange andeutet.
Ein interessanter Aspekt ist hier, dass die Kraft (Schlange) sie nie wirklich verlassen hatte – sie war immer hinter und mit ihr. Das Sich-Umdrehen symbolisiert eine Rückschau, eine Erinnerung an dessen, was vorhanden war. Sie musste nur wieder Kontakt dazu aufnehmen.

Heilkraft der Träume

Im Grunde hat fast jeder Traum eine heilende Wirkung, da Träume kompensierend oder ausgleichend wirken, Mut machen, wenn man verzweifelt ist, oder aufzeigen, wo es etwas zu verändern gilt, damit es dem Träumer wieder gut geht.
Diese Heilkraft kann personifiziert auftreten: Die alte Weise, der alte Weise, der innere Heiler, ein Schamane, ein Arzt, eine Hexe, eine Kräuterfrau, ein Tier usw. Auch Engel können sich in Träumen zeigen und in Form von Botschaften oder spiritueller Führung und Begleitung auf etwas aufmerksam machen, was wir brauchen, um ins Gleichgewicht zu kommen. Da gibt es viele Möglichkeiten, die auch wieder abhängig von der Bilderwelt des Träumers sind.

Nicht selten treten diese Figuren im Traum während Krisenzeiten in Erscheinung und geben uns Mut und Hoffnung, manchmal auch die Lösung in Form eines Heilmittels. Mit dem Aufwachgefühl geht dann meist eine große Gewissheit einher, dieses oder jenes sofort in Angriff nehmen zu müssen, damit es einem besser geht. Oft reicht aber schon ein Hinweis, dass eine Krise gut ausgehen wird.

Hier ein Beispieltraum eines jungen Mannes, der an einer langwierigen Lungenentzündung litt. Kein Medikament wollte so richtig anschlagen:

Ich muss durch einen Tunnel. Ich sehe noch kein Licht am Ende auftauchen, den Weg erkenne ich durch das Licht, das hinter mir ist. Ich bin müde, schwach, matt. Ein eisiger Wind bläst mir entgegen. Ich bekomme nur schwer Luft. Ich muss kämpfen, um überhaupt auf den Beinen zu bleiben, komme nur im Zeitlupentempo voran. Plötzlich wirft mich ein Windstoß zu Boden. Zu schwach, um aufzustehen, bleibe ich liegen. Da höre ich eine klare Stimme: „Steh auf, Du darfst nicht liegen bleiben, sonst bist Du verloren. Steh auf und du wirst das Ende des Tunnels erreichen“. Ich kämpfe mich hoch. Die Stimme gibt mir Kraft. Ich schaffe es, kann sogar weitergehen. Auf einmal sehe ich Licht in der Ferne, es ist aber noch eine Weile bis zum Ende der Strecke. Und da stürze ich wieder entkräftet zu Boden. Und wieder ertönt diese wunderschöne Stimme: “Steh auf, Du schaffst es“. Und wieder gelingt es mir hochzukommen und plötzlich ist die Strecke überwunden. Ich trete ins Licht, es ist Winter, Schnee liegt überall, aber die Sonne wärmt mich. Ich habe es geschafft.

Ob das die Stimme eines Engels war oder ob der innere Heiler gesprochen hatte, vermochte der Klient nicht zu sagen. Zum Zeitpunkt des Traums ging es dem Mann sehr schlecht, er hatte noch 2 Rückfälle!, aber sein seelisches Gleichgewicht blieb zum Erstaunen der Ärzte erhalten. Er wusste einfach, dass er es schaffen würde. Somit war der Traum ein Geschenk in der schwierigen Situation.

Auch der zuvor besprochene Schlangentraum hatte Heilwirkung: Er machte deutlich, dass die Krise überwunden ist, dass Kraft vorhanden ist und immer da war. Bei einer anderen Krise wird sich diese Frau an ihre Schlange erinnern und auch daran, was für Seelenkräfte ihr zur Verfügung stehen, wenn sie sie annimmt.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch einige Techniken mit auf den Weg geben, wenn Träume vorzeitig enden, wie dies bei Alp- oder Angstträumen häufig geschieht, oder, wenn man so gar nicht weiß, was mit dem Traum gemeint ist.

Aus Alpträumen schreckt man meist hoch. Oft ist man froh, wieder im Hier und Jetzt zu sein. Solche Träume können einen tagelang begleiten, vor allem, wenn sie gehäuft auftreten.
Hilfreich ist folgende Methode: Sie suchen sich eine ruhige Stunde, entspannen, gehen dann nochmals in den Traum hinein, lassen ihn von Anfang bis Ende vor dem inneren Auge ablaufen – und da, wo der Traum abbrach, gehen Sie nicht aus der Situation heraus, sondern bleiben und stellen sich vor, wie der Traum weitergeht. Lassen sie alle Bilder zu, die kommen. Sie werden erstaunt sein, was es für Lösungen gibt.
Sollten Sie seelisch nicht gefestigt sein oder Angst haben, sich erneut in die Situation zu begeben, können Sie auch eine Person ihres Vertrauens dazuholen.

Hier ein Beispiel einer 45-jährigen Frau, die einen Alptraum hatte, aus dem sie vorzeitig erwachte und der sie sehr beschäftigte.

Ich bin alleine in meinem Elternhaus, bin wieder 5 Jahre alt, die Haustüre ist unverschlossen. Ein großer Mann schleicht ums Haus. Als ich die Türe zusperren will, gelingt mir das nicht und der Mann steht plötzlich vor mir. Ich wache vor Angst auf.

Sie nahm den Traum wieder auf und spann den Faden in der Phantasie weiter. Da sah sie, dass der Mann zwar vor ihr stand, aber sie nicht anschaute, sondern einen Bogen machte und an ihr vorbeiging. Er stapfte durchs Haus, zerstörte die Fenster und den Boden auf seinem Weg, bevor er zu einer anderen Tür wieder hinausmarschierte. Die Erkenntnis, die die Klientin dabei hatte, war, dass es gar nicht um sie ging. Sie blieb unversehrt. Sie war nicht gemeint. Sie war nun sehr erleichtert, denn hinter dem Traum steckte (hier in aller Kürze gesagt) ihre Kindheitsgeschichte, u.a. die Trennung der Eltern, an der sie sich schuldig fühlte – und nun erkannte, dass es gar nichts mit ihr zu tun hatte.

Sollte Ihnen ein Traum nicht zugänglich sein, können Sie ebenfalls – wie oben beschrieben – in den Traum hineingehen und den darin vorkommenden Personen oder Tieren Fragen stellen. Was willst Du von mir …? Was bedeutet dies und jenes …? Was willst Du mir sagen? Kann ich etwas für Dich tun …?

Sehr häufig entsteht eine große Klarheit.

Manche Träumer haben auch Zugang zu ihren Geschichten über das Malen. Zeichnen Sie Ihren Traum, was fällt Ihnen dabei ein und auf? Welche Gedanken kommen?

Zu guter Letzt können Sie auch Rituale anwenden, z.B. wenn ein Verstorbener im Traum erscheint und Sie das Gefühl haben, er findet keine Ruhe: Verabschieden Sie ihn, entweder mit einer Messe oder mit einer Geste: Übergeben Sie z.B. einen Gegenstand des Verstorbenen dem Wasser, oder verbrennen Sie etwas, das Sie symbolisch verbunden hat. Das kann auch hilfreich sein, wenn Sie das Gefühl haben, der Trauerprozess ist abgeschlossen. Eine Geste unterstreicht das noch einmal. Wenn Sie sich nicht verabschieden konnten, oder Unausgesprochenes zwischen Ihnen liegt: Holen Sie das nach, indem Sie z.B. einen Brief schreiben, in dem alles steht, was Sie noch gerne gesagt hätten, lesen Sie den Brief am Grab oder vor dem Bild des Menschen vor.
Finden Sie ihre ganz eigene Methode, ihr eigenes Ritual.

Wir haben nun gesehen, welche Dimensionen Träume für uns haben können. Wenn es uns gelingt, sie zu entschlüsseln, können wir von ihren Botschaften profitieren und unsere seelische Lebensqualität enorm steigern. Ich wünsche Ihnen ein gutes Erinnerungsvermögen an die nächtlichen Geschichten und ein erfolgreiches Deuten.