Engelbegegnungen

Theresa Osenstaetter

Bereich: berater-finden

Bewertung:
Gratis anrufen ►

Mythos Engel: Glauben, Hoffen, Wunder

Was Sie über Engel wissen müssen

War es mein Schutzengel, der mir half?

Wie konnte Inge das nur passieren? Sie gestand es sich nur ungerne ein, aber sie hatte sich völlig verlaufen. Dabei hatte ihr Wolfgang noch angeboten, sie nach der Geburtstagsfeier mit dem Auto zur nächsten Bahnstation zu fahren. Aber Inge hatte dankend abgelehnt, denn nach dem vielen Essen und den Knabbereien auf der Party wollte sie sich noch ein wenig die Beine vertreten. Bewegung und die frische Luft würden ihr gut tun.

Der Weg war ja auch nicht sehr weit. Direkt von dem Wohnhaus des Kollegen musste sie nur einer Straße folgen und an einer bestimmten Stelle nach links in eine Seitenstraße abzweigen. In der Dunkelheit muss sie aber genau diese Straße verpasst haben. Inge war zwar abgebogen, aber diese Straße führte sie nicht zu der gewünschten Haltestelle.

engel_mythos_2Nun irrte sie schon mehrere Minuten durch die ihr unbekannte Gegend, in der Hoffnung, den richtigen Weg wieder zu finden. Sie blieb stehen. Da hörte sie hinter sich Schritte. „Vielleicht jemand, der seinen Hund noch spazieren führt“, dachte Inge. Sie drehte sich um. Drei große, dunkle Gestalten näherten sich auf ihrer Straßenseite. Irgendwie war Inge diese Situation plötzlich unheimlich. Statt auf diese Personen zu warten, machte sie auf dem Absatz kehrt und ging schnell in die nächste Seitenstraße hinein. Inge wagte zunächst nicht, sich umzudrehen. Als sie es kurze Zeit später doch tat, sah sie, dass diese Leute ihr gefolgt waren und aufgeholt hatten. „Oh Gott, hilf mir“, dachte Inge.

Sie hatte Angst. Da bemerkte sie, dass ihr ein Mann in der Straße entgegen kam. Inge hatte ihn vorher nicht bemerkt. Sie wusste nicht warum, aber die ruhige Art der Bewegung flößte ihr augenblicklich ein Gefühl der Sicherheit ein. Sie ging auf den Mann zu. „Können sie mir bitte helfen! Ich habe mich verlaufen, und befürchte, von drei Männern verfolgt zu werden“, sagte Inge. Der Fremde schaute sie freundlich an, lächelte und sagte: „Ich helfe ihnen gerne. Kommen sie, ich zeige ihnen den richtigen Weg.“ Die tiefe, gleichmäßige Stimme vermittelte Inge ein Gefühl der Geborgenheit. Ohne Furcht folgte sie diesem Mann. Von ihren Verfolgern sah und hörte sie nichts mehr.

Nach kurzer Zeit näherten sie sich der Bahnstation. Inge drehte sich zu ihrem Beschützer herum. „Vielen, vielen Dank für ihre Hilfe. Ich weiß nicht, was ich ohne sie gemacht hätte. Wie kann ich ihnen nur danken?“ „Sie brauchen mir nicht zu danken, Inge. Ich wünsche ihnen noch eine friedliche Nacht. Kommen zu gut nach Hause“, sagte der Fremde nur, drehte sich um und verschwand. Erst als Inge im Zug saß und sich beruhigt hatte, fiel ihr auf, dass sie ihrem namenlosen Helfer weder ihren Namen genannt, noch gesagt hatte, dass sie zum Bahnhof wollte. „Nein, das kann ja nicht sein. Ich muss es ihm gesagt haben“, dachte Inge. „Wahrscheinlich habe ich das in der Aufregung nur vergessen…oder doch nicht? Na ja, vielleicht war es ja mein Schutzengel…?“

Schutzengel – ja, die gibt es…

Ja, es war tatsächlich Inges Schutzengel, der ihr in dieser Nacht helfend zur Seite stand. Kurz vor seinem Erscheinen bat sie Gott um Beistand in ihrer brenzligen Situation. Ihr Gebet wurde erhört. Schutzengel sind allgegenwärtig. Solange ein Mensch lebt, wird er von einem Engel begleitet. Diese lebenslange Bindung ist auch Thema vieler bekannter Gebete : „Schutzengel mein, hüt’ mich fein, Tag und Nacht, früh und spät, bis mein Seel’ zum Himmel fährt“. Sie verlassen uns nie, selbst im Falle größter Sünde, und versuchen stets, einen positiven Einfluss auf uns Menschen auszuüben. Sie können auch ohne Gebet helfend in das Leben eingreifen.

Meistens sind es so kleine Hilfen, die wir gar nicht als Tat eines Schutzengels betrachten. Man bezeichnet es einfach als Glück. Ein Fremder trägt einem das Portmonee hinterher, dass man versehentlich an der Kasse vergessen hat. Oder jemand drückt wieder auf den Lichtschalter im Treppenhaus, während man selber dort mit vollen Einkaufstüten im Dunkeln steht. Vielleicht brauchten sie auch schon einmal ganz dringend einen Parkplatz in einer viel befahrenden Einkaufsstraße kurz vor Feierabend, und schon nach wenigen Minuten entdecken sie dann einen freien Platz genau vor dem entsprechenden Laden.

Oft verbinden wir aber auch die Lösung eines Problems direkt mit Engeln. Nicht umsonst werden die Mitarbeiter einer großen deutschen Straßenwacht als die „Gelben Engel“ bezeichnet. Wenn man mit seinem Auto irgendwo aufgrund einer Panne liegen bleibt, erscheinen einem diese Helfer wirklich wie Engel. Schutzengel stehen dem Menschen aber auch in Lebensgefahr bei. Die Situation kennen sie bestimmt auch. Man hört im Radio von einem schweren Verkehrsunfall, und plötzlich fällt einem auf, dass man selber genau an dieser Stelle kurz vorher vorbeigefahren ist.

Engel helfen – auf Leben und Tod

Diese enge Bindung dauert auch über den Tod hinaus fort. Auch im Tode verlässt der Engel seinen Menschen nicht. Im Gegenteil. Am Ende des Lebens rückt der Engel ganz nah heran, nimmt den Sterbenden an die Hand, und geleitet ihn hinüber ins Jenseits. Diese Nähe tröstet, beruhigt, gibt Kraft und Zuversicht. Vor allem aber nimmt es die Angst, die verständliche Angst vor dem Tod, und dem, was danach kommt. Aussagen von Menschen, die todesnahe Erfahrungen machten, bestätigen dies. Personen, die nach Unfällen oder während schwerer Operationen bereits als tot galten, in der Folge aber wiederbelebt werden konnten, berichten von mystischen Lichtwesen, die auf sie zugetreten sind, sobald sie sich von ihrem Körper gelöst hatten. Diese Engel empfangen den Menschen, und zeigen ihm noch einmal die Bilder seines ganzen Lebens. Diese Eindrücke lassen dann die Person mit seinem Leben abschließen, und der Engel kann nun den weiteren Weg einschlagen.

Aber müssen uns Schutzengel stets nur als stumme Beschützer zur Seite stehen? Haben wir keine Möglichkeit, von uns aus mit ihnen in Kontakt zu kommen? Doch, die haben wir…

Wie nehme ich Kontakt auf?

Es gibt einfache Möglichkeiten, mit seinem Engel in Kontakt zu treten. Alles, was man braucht, ist zunächst seine innerliche Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden. In unserer modernen, hektischen und vor allem lauten Zeit, tritt das eigene Ich meistens in den Hintergrund. Man verlernt, in sich hinein zu horchen, und die Schwingungen der eigenen Seele zu spüren und zu deuten. Kommen sie einmal ganz bewusst zur Ruhe; legen sie sich bequem hin, schalten sie die künstliche Beleuchtung aus und entzünden sie Kerzen. Schließen sie die Augen, und versuchen sie sich, den Einflüssen des modernen Lebens zu entziehen.

Vergessen sie ihre Termine, Freunde, Bekannte und kommende Aufgaben. Lassen sie sich gedanklich fallen, tiefer und tiefer. Sie werden spüren, wie ihr Pulsschlag sich verlangsamt. Achten sie nun bewusst auf diesen Takt, folgen sie ihm, denn dies ist der eigentliche Grundrhythmus ihres Lebens. Nicht das Jahr, der Monat, die Woche oder der Tag bestimmen ihre Zeit – es ist dieser gleichmäßige Schlag ihres Herzens, der ihr Leben trägt, der ihr Leben ist. Wenn sie nur noch den Schlag ihres Lebens hören, er ihre einzige Wahrnehmung geworden ist, dann befinden sie sich in einem Zustand, der ihnen den Kontakt zu ihrem Engel ermöglicht.

Ihr Engel kann sich nun auf mancherlei Art offenbaren. Viele Menschen sprechen von bestimmten Schwingungen, die in ihrem Körper stattfinden. Es kann zu Wärmeempfindungen, zu leichten Schwindelgefühlen, einem Kribbeln oder Erschauern kommen. Diese Gefühle sind uns als Zustand bei Angst bekannt. Die brauchen sie aber nicht zu haben! Es ist am Anfang nur ungewohnt und auch sicherlich ein wenig erschreckend, wenn man plötzlich spürt, dass man nicht mehr alleine in seinem Körper ist. Wenn sie dieses Anklopfen des Engels vernommen haben, können sie die geistige Tür für ihn öffnen, indem sie auf ihn zugehen.

Der Engel muss dabei nicht die menschliche Form haben, die wir von vielen Bildern und aus Filmen kennen. Es kann sein, dass sie plötzlich eine Stimme hören, die zu ihnen spricht, oder das sie von einem hellen Licht umschlossen werden. Vielleicht haben sie aber auch auf einmal einen bestimmten Gedanken, eine Idee, einen Wunsch oder einen Namen im Kopf. Wie auch immer der Engel zu ihnen in Kontakt tritt, es wird eine wundervolle Erfahrung sein. Seien sie nicht enttäuscht, wenn es beim ersten Versuch nicht klappen sollte. Man muss erst einmal lernen, völlig abzuschalten, und seine Sinne nach innen zu richten. Ihr Engel war schon immer da; sie aber müssen den Weg zu ihm erst noch entdecken. Wenn sie gelernt haben, die Gegenwart ihres Engels zu spüren, dann fällt auch die Kontaktaufnahme leichter. Sie können einen Engel um alles bitten, und ihm jede Frage stellen. Er kennt sie besser, als sie sich selbst kennen.